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FIAS-Vorstand erhält Deutschen Rechenzentrumspreis für GSI-"MiniCube" - e-cube-Technologie spart Energie, Bauvolumen und Kosten

Darmstadt/Frankfurt - Das neue Höchstleistungsrechenzentrum "MiniCube" des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt ist für sein energie- und kostensparendes Konzept mit dem "Deutschen Rechenzentrumspreis 2012" geehrt worden. Damit wurde seine innovative Kühl- und Klimatechnik ausgezeichnet, die einerseits die Umwelt schont, zugleich aber auch Betriebs- und Investitionskosten spart. Der Deutsche Rechenzentrumspreis wird jedes Jahr von einer unabhängigen Jury beim Fachkongress "future thinking" in Sinsheim verliehen.

Kühlung ist für moderne Rechenzentren in Forschung und Wirtschaft ein großes Problem. Die bei höchsten Leistungen in den Chips entstehende Wärme wird normalerweise über aufwändige Klimasysteme abgeführt, die sehr viel Strom verbrauchen: Rund 70 bis 100 Prozent der für den Computer benötigten Energie werden zusätzlich für die Kühlung benötigt. Außerdem beanspruchen die einzelnen Rechnerschränke viel Platz, um sich nicht gegenseitig aufzuheizen.

Das "MiniCube"-Rechenzentrum der GSI, das demnächst in Betrieb geht, setzt dagegen auf minimalen Energie- und geringsten Platzbedarf. Das neuartige, "e-cube" genannte Konzept wurde von Prof. Volker Lindenstruth entwickelt, Computerwissenschaftler an der Goethe-Universität Frankfurt, Vorstandssprecher des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) und verantwortlich für die IT-Entwicklung am GSI-Helmholtzzentrum in Darmstadt. Es sieht vor, dass die Rechnerschränke mit Wasser gekühlt werden, so dass praktisch keine Wärme in die Raumluft gelangt. Dies wurde bereits am Supercomputer LOEWE-CSC der Goethe-Universität erprobt. Da keine zusätzlichen Ventilatoren benötigt werden, beschränkt sich der Energieverbrauch für die Kühlung auf lediglich fünf Prozent zusätzlich zum Strombedarf des Computers.

Damit machen die Darmstädter Computerkonstrukteure aus der Not eine Tugend: Da das "MiniCube"-Rechenzentrum lediglich als Übergangslösung bis zum Bau eines bereits beschlossenen neuen Rechenzentrums genutzt werden soll, steht nur eine kleine Fläche in einer existierenden Halle der GSI zur Verfügung. Die 96 Rechnerschränke werden deshalb wie in einem Hochregallager angeordnet. Bei normaler Wärmeentwicklung würde ein so eng gepacktes Rechenzentrum schnell überhitzen. Zugleich können erhebliche Bau- und Betriebskosten eingespart werden. Allein die jährliche Stromrechnung fällt etwa 350.000 Euro niedriger aus als bei den besten konventionellen Systemen.

Der Deutsche Rechenzentrumspreis wird in acht Kategorien vergeben, die jeweils verschiedene Aspekte moderner IT-Technik betreffen, von der Sicherheit bis zur Netzwerkstruktur. Das GSI Helmholtzzentrum und die e-cube Computing GmbH erhielten die Auszeichnung gemeinsam in der Kategorie Klima und Kältetechnik. Am GSI wird für das künftige internationale Beschleunigerzentrum FAIR bis 2014 ein großer Rechenzentrums-Neubau entstehen, in dem ebenfalls nach dem e-cube-Konzept bis zu 800 Rechnerschränke auf engstem Raum gestapelt werden.

Deutscher Rechenzentrumspreis 2012 für "MiniCube": Die Preisträger (v.l.) Alexander Hauser, e-cube Computing GmbH, Prof. Volker Lindenstruth, GSI-IT, bei der Verleihung durch den Laudator Wolf Rienhardt, CCI.
Foto: future thinking

 

 

 

 

 

MiniCube-Rechner der GSI_microBlick in das MiniCube-Rechenzentrum der GSI: Die Rechner können durch innovative Kühlung so eng gestapelt werden wie in einem Hochregallager.
Foto: Friedhelm Glassen.

 

 

 

 

 

Weitere Informationen:

Informationen zum Deustchen Rechenzentrumspreis:

www.future-thinking.de/deutscher-rz-preis

Die eCube Computing GmbH (e3c) besitzt das exklusive Vermarktungsrecht für die im "MiniCube" genutzte eSquare Cooling- sowie die eCube DataCenter-Technologie im kommerziellen Umfeld und lizensiert deren Nutzung. Für die Technologien liegen eine Patentanmeldung und entsprechende Veröffentlichungen vor. Im Rahmen des Technologietransfers berät e3c, vermittelt Kontakte zu qualifizierten Dienstleistern, organisiert Besuche bei Referenzen und bietet Unterstützung für Vertriebspartner. Die e3c arbeitet mit Planern, Erbauern und Betreibern sowie den Endkunden von Rechenzentren zusammen.

Die GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH ist ein vom Bund und dem Land Hessen finanziertes Forschungszentrum mit einem Jahresetat von gut 100 Millionen Euro und über 1.000 Mitarbeitern. GSI betreibt eine große, weltweit einmalige Beschleunigeranlage für Ionenstrahlen. Jährlich nutzen etwa 1.200 Wissenschaftler aus aller Welt die Ionenstrahlen für Experimente in der Grundlagenforschung. Die wohl bekanntesten Ergebnisse sind die Entdeckung von neuen chemischen Elementen und die Entwicklung einer neuartigen Krebstherapie mit Ionenstrahlen. In den kommenden Jahren wird bei GSI das Beschleunigerzentrum FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research) mit einem Investitionsvolumen von rund 1,2 Milliarden Euro errichtet, wovon 25 Prozent durch internationale Partner getragen werden.

 

 


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