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Saudi-arabischer Supercomputer SANAM geht von Darmstadt aus auf Reisen

Frankfurt/Riad – Der saudi-arabische Supercomputer „SANAM“, der bisher für Testläufe am GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt aufgebaut war, geht jetzt auf Reisen in die saudi-arabische Hauptstadt Riad. Seine Hoheit Prinz Dr. Turki bin Saud bin Mohammad Al Saud, Vizepräsident des führenden saudi-arabischen Forschungszentrums „King Abdulaziz City for Science and Technology“ (KACST) in Riad, übernahm am Montag in Darmstadt offiziell den Höchstleistungsrechner, der zu den schnellsten und umweltfreundlichsten Computern der Welt zählt. Er wurde als Gemeinschaftsprojekt des KACST und des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) entwickelt.

Bei seiner Inbetriebnahme Ende 2012 belegte SANAM in der weltweiten Rangliste der energiesparendsten Rechner Rang zwei, bei der Rechengeschwindigkeit lag er immerhin auf Rang 52. Der arabische Name „SANAM“ drückt Leistung und Effizienz aus und bezeichnete in seiner ursprünglichen Bedeutung den Kamelhöcker, in dem Fett gespeichert wird, das ausreicht um dem Kamel zwei Wochen das Überleben zu sichern.

Mit einer gesamten Rechenleistung von 532 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde gehört „SANAM“ auch nach über einem Jahr noch zu den 100 schnellsten Computern der Welt (Platz 59), in derEnergieeffizienz liegt er mittlerweile auf Rang 11. Im Nahen Osten hält er die Spitzen-Position. „SANAM“ wird am KACST für Berechnungen in Seismik, Luftfahrt, Bioinformatik, Wetterforschung und Simulationen eingesetzt. Die Entwicklung von SANAM hat etwa drei Millionen Euro gekostet.

„SANAM“ ist eine Weiterentwicklung des Frankfurter Höchstleistungsrechners LOEWE-CSC, der bei seiner Inbetriebnahme vor drei Jahren der energiesparendste Großrechner Europas war. Er benutzt ein spezielles Kühlsystem und verwendet als Beschleuniger handelsübliche Hochleistungs-Grafikkarten, wie sie auch in Arbeitsplatzcomputern eingesetzt werden. Bei der Rechengeschwindigkeit ist „SANAM“ etwa 40 Prozent schneller als LOEWE-CSC und verbraucht dennoch pro Rechenoperation nur ein Drittel der Energie. Erreicht wurde dieser Fortschritt durch die Verwendung zusätzlicher Hochgeschwindigkeits-Grafikchips und speziell optimierte Systemsoftware.

Der Stiftungsratsvorsitzende des FIAS, Prof. Rudolf Steinberg, beglückwünschte die Partner aus Saudi-Arabien zu ihrer Entscheidung, in die Naturwissenschaften zu investieren: „In diesen Feldern liegen die Lösungen, die über unser aller Zukunft entscheiden werden. Mit der transdiziplinären Forschung am FIAS wollen wir einen Beitrag leisten, um das vernetzte Denken voranzubringen. Dazu gehört auch, der Forschung die besten Werkzeuge bereit zu stellen, ganz zentral schnellste Computer.“

Der FIAS-Vorstandsvorsitzende und Professor für Architektur von Hochleistungsrechner an der Goethe-Universität Frankfurt, Professor Volker Lindenstruth, sagte: „Die moderne Forschung ist entscheidend auf immer schnellere Supercomputer angewiesen. Sie können in Zukunft aber nur sinnvoll eingesetzt werden, wenn Energieeffizienz ein entscheidendes Kriterium ist. Wir freuen uns, dass wir in Zusammenarbeit mit einem ambitionierten Forschungsland neue Technologien für eine immer bessere Energieeffizienz entwickeln können und dabei neue Maßstäbe setzen.“

Das King Abdulaziz City for Science and Technology (KACST) ist eine unabhängige Forschungsorganisation, die administrativ direkt dem König von Saudi-Arabien unterstellt ist. KACST ist für die Forschungsförderung und -organisation in Saudi-Arabien verantwortlich und betreibt nationale Forschungslabors. In der Forschungsorganisation entwickelt KACST Forschungspolitik, betreibt Datensammlung, fördert externe Forschung und bietet Servicefunktionen, wie etwa das Patentbüro.

Das Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) ist eine interdisziplinäre Forschungsinstitution zur theoretischen Erforschung von komplexen Strukturen in der Natur, die von der Goethe-Universität Frankfurt gestiftet wurde und von öffentlichen Geldgebern, Stiftungen und Privatpersonen finanziert wird. Im Mittelpunkt der Arbeiten stehen neben der Informatik Grundlagenforschung in Biowissenschaften, Hirnforschung, Chemie und Physik.

Bild von der Übergabe

Prof. Volker Lindenstruth, Vorstandsvorsitzender des FIAS, überreicht symbolisch eine Grafikkarte des Supercomputers SANAM an Seine Hoheit Prinz Dr. Turki bin Saud bin Mohammad Al Saud.

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Prof. Dr. Volker Lindenstruth
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