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24 Millionen Euro für Forschungsprojekte an der Universität Frankfurt - Staatsministerin Kühne-Hörmann übergibt Bescheide für ein LOEWE-Zentrum und zwei LOEWE-Schwerpunkte

FRANKFURT/WIESBADEN. Drei neue LOEWE-Projekte an der Goethe-Universität Frankfurt werden vom Land in den nächsten drei Jahren mit insgesamt 24,3 Millionen Euro gefördert: das LOEWE-Zentrum für „Zell- und Gentherapie“ und die beiden LOEWE-Schwerpunkte „Neuronale Koordination Forschungsschwerpunkt Frankfurt“ und „Digital Humanities“.

„Das LOEWE-Programm beabsichtigt insbesondere die Vernetzung von Forschern aus Hochschulen und außeruniversitären Einrichtungen. Die Profilstärkung durch die Vernetzung verschiedener Hochschulen und Hochschultypen sowie außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Hessen und über die Landesgrenzen hinaus ist ein wesentliches Ziel des Programms“, hob Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann bei der Übergabe der Bewilligungsbescheide und Urkunden hervor.

In den bisher drei Förderstaffeln des wettbewerblich organisierten LOEWE-Programms wurden seit 2008 insgesamt acht Zentren und 16 Schwerpunkte zur Förderung ausgewählt. Die Goethe-Universität ist dabei federführend oder als Partner mit vier Zentren und sieben Schwerpunkten beteiligt. Sie ist nach den Worten der Ministerin damit die erfolgreichste der hessischen Universitäten im LOEWE-Wettbewerbsverfahren: Insgesamt gehen in den bisher drei bewilligten LOEWE-Förderstaffeln (2008 - 2013) etwa 22 Prozent oder rund 43,5 Millionen Euro der gesamten Fördermittel an die Goethe-Universität. „In den LOEWE-Projekten spiegelt sich das enorme Potential wider, das die Frankfurter Wissenschaftler zu bieten haben“, sagte Kühne-Hörmann.

Universitätspräsident Prof. Werner Müller-Esterl nannte die neuerlichen Erfolge der Goethe-Universität im Rahmen der LOEWE-Initiative eine „großartige Entwicklung“. Hier werde das große Potenzial der Universität als Innovationstreiber in Hessen und darüber hinaus sichtbar. Er dankte der Landesregierung für die Einrichtung dieses „weitsichtigen und auf Nachhaltigkeit hin angelegten Programms“. Die Landesregierung unternehme damit gerade in Zeiten knapper Kassen eine große Anstrengung. Forschung und Anwendung müssten stärker als bisher Hand in Hand gehen, so Müller-Esterl. Die Goethe-Universität habe eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie in der Lage sei, neue Allianzen zu schmieden, die Spitzenforschung und Anwendungsorientierung integrieren.

Im „Zentrum für Zell- und Gentherapie“ kooperieren unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Zeiher und Prof. Dr. Hubert Serve Wissenschaftler der Goethe-Universität mit Forschern des Georg-Speyer-Hauses in Frankfurt und des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit ihren Partnern – dem DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen und dem Paul-Ehrlich-Institut in Langen – Verfahren der Zell- und Gentherapie weiterzuentwickeln und dadurch effizienter, spezifischer und sicherer zu machen. Die Kombination beider Therapieprinzipien lässt die Wissenschaftler des Zentrums und vor allem ihre Patienten künftig auf eine verbesserte Behandlung eines breiten Spektrums schwerer und bisher nicht erfolgreich therapierbarer Erkrankungen hoffen. Von 2011 bis 2013 wird das LOEWEZentrum mit 16,2 Millionen Euro unterstützt.

Der LOEWE-Schwerpunkt „Neuronale Koordination Forschungsschwerpunkt Frankfurt“ – kurz NeFF – widmet sich der Erforschung von Erkrankungen des Gehirns. Auch hier arbeiten Wissenschaftler verschiedener Einrichtungen zusammen: Die Goethe-Universität, das Max-Planck-Institut für Hirnforschung und das Frankfurt Institute für Advanced Studies (FIAS) kooperieren Das Ernst Strüngmann Institut gGmbH (Frankfurt am Main) und Bernstein Fokus Neurotechnologie Frankfurt ergänzen den Schwerpunkt als assoziierte Partner ohne Landesförderung. Unter der Leitung von Prof. Ulf Ziemann sollen in dem Projekt Phänomene wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Emotion und Bewusstsein besser verstanden werden. Es sind langfristig Fortschritte in der medizinischen Behandlung von Krankheiten wie etwa Alzheimer-Demenz und Autismus zu erwarten. Der Schwerpunkt erhält von 2011 bis 2013 eine Landesförderung von 4,3 Millionen Euro.

Der LOEWE-Schwerpunkt „Digital Humanities“ ist ein interdisziplinäres Verbundprojekt der Geistes- und Kulturwissenschaften und der Informatik der Universitäten Frankfurt und Darmstadt mit dem Projektpartner Freies Deutsches Hochstift (Frankfurt). Ziel ist die Vernetzung geistes- und kulturwissenschaftlicher Grundlagenforschung im Hinblick auf informationstechnologische Verfahrensweisen. In dem Projekt sollen Methoden und Werkzeuge entwickelt werden, um digitale Daten, wie Bilder, Filme, Tonaufzeichnungen wissenschaftlich auszuwerten und zu vernetzen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Jost Gippert wird eine gemeinsame informationstechnologische Infrastruktur zwischen den Projektpartnern geschaffen. Dafür stellt das Land 2011 bis 2013 insgesamt 3,8 Millionen Euro zur Verfügung.

Die drei LOEWE-Projekte zeichnen sich nach den Worten der Ministerin nicht nur durch innovative Grundlagenforschung aus, sondern auch durch eine starke Anwendungsnähe in Wirtschaft und Wissenschaft sowie die konsequente Verfolgung des Transfergedankens. „Der Wissenstransfer, also die ziel- und ergebnisorientierte Umsetzung von Ergebnissen der Wissenschaft und öffentlich geförderter Forschung ist und bleibt eine für die Innovationskraft unseres Landes essentielle Aufgabe und Herausforderung“, hob Kühne-Hörmann hervor. Durch das LOEWE-Programm schaffe die Landesregierung nachhaltige Strukturen in der hessischen Wissenschaftslandschaft und bewirke damit einen hohen Mehrwert nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für die Wirtschaft und die Gesellschaft. In der laufenden Legislaturperiode stehen dafür 410 Millionen Euro bereit.

Weitere Informationen zum LOEWE-Programm des Landes im Internet unter www.loewe.hessen.de.


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