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Neuer Frankfurter Computer ist umweltfreundlichster Großcomputer Europas

Frankfurt am Main, 18.11.2010. Nur wenige Tage vor seiner offiziellen Inbetriebnahme hat der neue Frankfurter Hochleistungsrechner LOEWE-CSC einen Spitzenplatz unter den umweltfreundlichsten und schnellsten Supercomputern erobert. Auf der am Donnerstag in New Orleans/USA veröffentlichten globalen Rangliste "Green 500" der energieeffizientesten Supercomputer belegt der große, breit einsetzbare Fankfurter Rechner weltweit den achten Platz, in Europa hinter drei kleineren Spezialcomputern sogar die Spitzenposition. Nach der Rangliste "TOP500" der schnellsten Computer, die bereits am Montag in New Orleans veröffentlicht wurde, ist er mit einer Geschwindigkeit von 285 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde (Teraflops) der zweitschnellste Computer in Deutschland, hinter dem Supercomputer Jugene in Jülich, viertschnellster in Europa und weltweit auf Rang 22.

Der LOEWE-CSC-Rechner wird am kommenden Montag von der hessischen Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann im Industriepark Höchst offiziell in Betrieb genommen. Er wurde von dem Frankfurter Computerwissenschaftler Prof. Volker Lindenstruth, der seit 2009 an der Goethe Universität Frankfurt lehrt und zugleich LOEWE-Professor (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) und am Helmholtz International Centre for FAIR (HIC for FAIR) ist, und dem Leiter des Center for Scientific Computing (CSC) der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Hans Jürgen Lüdde, als besonders umweltfreundlicher Höchstleistungscomputer entworfen.

LOEWE-CSC schafft mit einem Watt Leistungsaufnahme 740 Millionen Rechenoperationen pro Sekunde (Megaflops). Der schnellste "grüne" Supercomputer weltweit, ein amerikanischer Experimentalrechner im IBM-Forschungszentrum, erreicht 1.684 Megaflops pro Watt, liegt aber in der Liste der schnellsten Computer lediglich auf Rang 115. Grundlage für die besonders hohe Energieeffizienz des LOEWE-CSC-Computers ist die Verwendung von Grafikkarten, wie sie auch in Personal Computern Verwendung finden, und ein neuartiges Kühlsystem, das die im Computer entstehende Wärme abführt.

Der Frankfurter Supercomputer setzt zugleich einen neuen Technologietrend für Supercomputer weltweit. Er ist der erste Höchstleistungsrechner, der mit sogenannten Radeon-Grafikprozessoren arbeitet. Dafür wurden in Frankfurt eigens Software-Bibliotheken entwickelt, mit denen diese Prozessoren optimal genutzt werden. Die Rechenleistung jedes einzelnen Prozessors liegt damit um rund ein Viertel höher als die der bisher in Supercomputern verwendeten Grafikprozessore, sogar um den Faktor fünf höher als in einer modernen CPU. Die Rechenleistung jedes einzelnen Prozessors liegt damit um rund ein Viertel höher als die der bisher in Supercomputern verwendeten Prozessoren. Insgesamt verbraucht LOEWE-CSC nur etwa ein Viertel der Energie wie vergleichbar schnelle Supercomputer. Energieverbrauch spielt bei Supercomputern nicht nur wegen der Umweltfreundlichkeit eine wichtige Rolle, sondern gewinnt zunehmend auch wegen der hohen Betriebskosten und der Zuverlässigkeit der Rechner große Bedeutung.

Der neue Frankfurter Supercomputer wurde allerdings nicht speziell auf Höchstleistungen getrimmt, sondern soll als Werkzeug zur Beantwortung wichtiger wissenschaftlicher Fragestellungen dienen. Er wird beispielsweise am Helmholtz International Center for FAIR (HIC for FAIR) für theoretische Berechnungen und Simulationen des beim GSI-Helmholtzzentrum Darmstadt entstehenden internationalen Beschleunigerzentrums FAIR eingesetzt, oder für Berechnungen des Bernstein-Fokus Neurotechnologie am Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS). Daneben steht LOEWE-CSC für theoretisch Berechnungen, Simulationen und Datenauswertung in vielen weiteren Wissenschaftsbereichen zur Verfügung, etwa für das LOEWE-Zentrum Biodiversität und Klima, für die makromolekulare Chemie oder zur Erforschung von exotischen Zuständen der Materie. Der Rechner entstand im Rahmen der Hessischen LOEWE-Initiative.

Weitere Informationen:

Prof. Volker Lindenstruth
Frankfurt Institut for Advanced Studies (FIAS)
Ruth-Moufang-Str. 1
60438 Frankfurt am Main
Tel. +49-69-798 44100
Fax +49-69-798 44109
E-Mail: volicompengde

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