FIAS FORUM

 

Das FIAS Frankfurt Institute for Advanced Studies schafft einen Rahmen für exzellente interdisziplinäre Forschung im Schnittpunkt der klassischen Disziplinen Physik und Chemie mit den Lebens- und Computerwissenschaften. Mit der Vortragsreihe FIAS Forum wollen wir unsere Forschung einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen und den Dialog mit ausgewählten Gästen eröffnen.

 

Auf dem Themenplan steht eine Palette unterschiedlicher Fragestellungen der aktuellen naturwissenschaftlichen Forschung. Dies reicht von aktueller medizinischer Forschung über Neurowissenschaften und moderne Informationstechnologie bis zum Urknall und dem Ursprung des Universums.

Wir sind sicher, dass diese Streiflichter aus der aktuellen Forschung Ihr Interesse finden werden, freuen uns über Ihr Kommen und hoffen auf anregende Diskussionen.

 


 

Ort: FIAS-Hörsaal,  Ruth-Moufang-Str. 1, 60438 Frankfurt am Main 
    Lageplan   
Zeit: 19:00 Uhr

 

 

10.05.2016

Prof. Dr. Harald Schwalbe

Goethe-Universität, Frankfurt

Wettkampf der Ideen – Wie entwickeln wir neue Arzneimittel?

Im Rahmen seines Vortrags spricht Prof. Schwalbe über Grundlagenforschung im Bereich der Arzneimittelforschung: Worum geht es, wenn wir Arzneimittel gegen Krebs entwickeln? Welche Beiträge leistet ganz konkret die Forschungsgruppe des Referenten zu diesem Thema?

Von diesem Thema ausgehend, wird auf die Bedingungen und Notwendigkeiten für Forschung eingegangen: Was sind die strukturellen Voraussetzungen für gute universitäre Forschung? Und wie sieht es mit konzeptionellen Voraussetzungen aus? Wo wird neue Forschung initiiert? Und was sind die Voraussetzungen?

Der Vortrag versucht also zum einen, am Beispiel konkreter Forschung Aspekte aufzuzeigen, wie man zur Entwicklung neuer Arzneimittel kommt. Zum anderen befasst sich der Referent mit for- schungspolitischen Fragestellungen. Der Vortrag ist an ein interessiertes Publikum von fachna- hen und fachfernen Bürgern in Frankfurt und Umgebung gerichtet.

Eine anschließende Diskussion ist explizit erwünscht. 

13.04.2016
Prof.Dr. Theodor Dingermann 

 

Goethe-Universität, Frankfurt

Das ZIKA-Virus – Eine relevante Gefahr für unsere Gesundheit?

Eben erst ist die schreckliche Ebola-Epidemie überstanden, und schon erreichen uns neue Hiobsbotschaften. Das Zika-Virus verbreitet sich momentan explosionsartig, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veranlasste, wieder einmal den weltweiten Gesundheitsnotstand auszurufen.

Auf den ersten Blick scheint das Virus, das über Mücken in den Menschen gelangt, harmlos zu sein. Spürt man überhaupt etwas, so sind die Symptome meist milde. Aber es kann zu Komplikationen kommen. Diese scheinen in erster Linie ungeborene Kinder zu betreffen, denn mit der Epidemie ging auch ein deutlicher Anstieg von Mikrozephalie einher, die durch einen deutlich zu kleinen Schädel und Hirnfehlbildungen bei Neugeborenen gekennzeichnet ist. Und aktuell wird auch von ersten Todesfällen berichtet. Diese scheinen im Zusammenhang mit dem Auftreten neurologischer Schäden wie dem Guillain-Barré-Syndrom zu stehen. Bei dieser Erkrankung der Nervenbahnen kommt es zu Muskellähmungen, die dann zum Tode führen können, wenn auch die Atemmuskulatur betroffen ist.

Das sind keine guten Nachrichten, auch wenn versichert wird, dass derzeit für Deutschland (noch) keinerlei Gefahr besteht. Andererseits fehlen derzeit noch kausale Therapieoption oder Präventionsmöglichkeiten durch Impfen.

Im Interesse der Weltgesundheit sollten sich daher alle dahingehend engagieren, in erster Linie das Übel an der Wurzel zu packen, und Maßnahmen unterstützen, die die Verbreitung der Mücken, die dieses und andere Viren übertragen, effizient zu stoppen versprechen. Dies ist tatsächlich in unserem ureigenen Interesse, denn durch den Klimawandel rechnen Experten zeitnah damit, dass die Mücken auch in Mitteleuropa heimisch werden.

 

Theodor Dingermann, Jg. 1948, studierte Pharmazie in Erlangen und promovierte 1980 zum Dr. rer. nat. Er habilitierte sich in Biochemie und Molekularbiologie und erhielt 1990 einen Ruf auf die C4-Professur für pharmazeutische Biologie der Universität Frankfurt. Von 2000 bis 2004 war Dingermann Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft. Ferner war er von 1998 bis 2000 Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt/Main.

Dingermann ist vielfach in Gremien engagiert. Er ist Chefredakteur der wissenschaftlichen Zeitschrift „DIE PHARMAZIE“, Schriftleiter der Zeitschrift „PHARMAKON“ dem Organ der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, und Mitglied der Chefredaktion der „PHARMAZEUTISCHEN ZEITUNG“. 2007 erhielt er den 1822-Universitätspreis für exzellente Lehre, wurde 2009 zum „Professor des Jahres“ in der Kategorie Naturwissenschaften/Medizin gewählt und erhielt 2010 die Carl-Mannich-Medaille der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft. Seit 2013 ist Dingermann als ordentlicher Professor entpflichtet. Er hat allerdings noch die Position eines Seniorprofessors an der Goethe-Universität inne. Hier nimmt er u.a. übergeordnete Aufgaben wahr, darunter auch die Leitung der „Kommission zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten“.

11.02.2016
Prof. Dr. Stefanie Dimmeler  

Centre for Molecular Medicine, Goethe-Universität Frankfurt

Genom ohne Funktion? Die biologische Bedeutung des „Dark Genomes“ 

 In letzten Jahren haben Wissenschaftler entdeckt, dass der größte Anteil menschlicher DNA - mehr als 97% - nicht für den Bau von Proteinen verantwortlich ist. Dieser große unbekannte Teil des Genoms (das „dark genome“) wird jedoch in sogenannte RNA Moleküle abgelesen und diese RNAs können zentrale biologische Funktionen ausüben. Es konnte bereits gezeigt werden, dass kleine RNAs, sogenannte microRNAs, Krankheiten regulieren. Die Hemmung solcher microRNAs erlaubt die Therapie von Herz-Kreislauferkrankungen und solche Ansätze sind in der präklinischen Entwicklung. MicroRNAs tragen jedoch nur zu einem kleinen Teil zu den nicht- kodierenden RNAs bei. Daher ist die zentrale Frage: wofür sind die langen RNAs verantwortlich, die in Krankheitsprozessen reguliert werden? In ersten Studien konnte gezeigt werden, dass diese neu entdeckten RNA Moleküle Alterungsprozesse und die Funktion von Herz und Blutgefäßen beeinflussen können.

 

Liste der früheren Vorträge

FIAS Forum 2015

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